Sicherung von Daten

Festplattenverschlüsselung

Je nach Betriebssystem gibt es verschiedene integrierte Möglichkeiten zur vollständigen Festplattenverschlüsselung:

  • Mac: Option File Vault.
  • Linux: Unified Key Setup (LUKS).
  • Windows Pro/Home: Bitlocker/Geräteverschlüsselung.

Achtung: Beim Booten von Windows wird automatisch der Verschlüsselungs-Key in den Systemspeicher geladen. Um einen potentiellen Angriff durch physisches Auslesen des Schlüssels zu unterbinden, sollte man die “Pre-Boot-Authentifzierung” aktivieren.

Wenn du die Verschlüsselung auf einem bereits laufendem System aktivierst, sichere zuvor unbedingt deine Daten auf einem anderen Datenträger.

  • Smartphones: Pixel-Handys ab Serie 6 und Iphones ab iOS 8 gelten als sehr sicher. Beide Systeme bieten automatische Gerätespeicher-Verschlüsselung – du musst sie nicht extra aktivieren. Außerdem liegt u.a. der Schlüssel in der Hardware – der eigentliche Schlüssel ist nicht einfach im Speicher gespeichert, was dein Telefon auch vor physischen Angriffen schützt. Es ist nicht möglich den Speicher direkt auszulesen (also z.B. Chip ausbauen oder kopieren). Der wichtigste Faktor bleibt dein starkes Passwort/PIN.

Verschlüsselte Datencontainer

Sobald du das Passwort eingibst und dein verschlüsseltes System entschlüsselst, liegt alles offen. Daher ist es ratsam kritische Daten in einer verschlüsselten Festplattenpartition oder Datencontainern zu speichern.

Empfehlung: VeraCrypt

VeraCrypt ist eine quelloffene (OpenSourcce) Software zur starken Datenverschlüsselung. Als Weiterentwicklung von TrueCrypt ermöglicht es die Verschlüsselung von ganzen Partitionen, Datenträgern (USB-Sticks, Festplatten) oder die Erstellung virtueller, verschlüsselter Containerdateien. Es gilt als sehr sicher und bietet „On-the-Fly“-Verschlüsselung. Die Installation und Einrichtung ist gut handhabbar.

Achtung: Vergessene Passwörter führen zu unwiederbringlichem Datenverlust.

In Veracrypt kannst du auch sogenannte Hidden Container anlegen. Solch ein versteckter Container basiert auf dem Prinzip der „plausible deniability“, also der glaubhaften Abstreitbarkeit. Das bedeutet, dass ein verschlüsselter Container so aufgebaut ist, dass er nach außen nur wie zufällige Daten aussieht. Je nach eingegebenem Passwort wird entweder ein äußeres Volume oder ein darin verstecktes zweites Volume geöffnet, ohne dass technisch eindeutig nachweisbar ist, dass dieses zweite Volume überhaupt existiert.

Sinnvoll ist dieses Konzept vor allem in Situationen, in denen jemand unter Zwang stehen könnte, ein Passwort preiszugeben – etwa bei Kontrollen, Beschlagnahmungen oder in repressiven Umgebungen. So besteht die Möglichkeit nur das Passwort des äußere Volumes und so “harmlose” Inhalte preiszugeben, während besonders sensible Daten im versteckten Volume weiterhin verborgen bleiben.

Ein Hidden Container in VeraCrypt ist ein versteckter, verschlüsselter Bereich innerhalb eines normalen Containers. Nach außen wirkt die Datei wie zufällige Daten, ohne erkennbare Struktur. Je nach Passwort wird entweder das äußere oder das versteckte Volume geöffnet („plausible deniability“).

Wichtige Grenzen:

  • kein Schutz vor sehr tiefer forensischer Analyse oder Metadaten-Auswertung
  • Hidden Volume kann durch falsche Nutzung (z. B. Schreiben ins äußere Volume) beschädigt werden

Tella ist ein Open Source-Tool zur Verschlüsselung sensibler Daten für Smartphones und ist speziell das Speichern und die sofortige Verbreiten von Bild- und Videodokumentation ausgelegt:

  • Videoaufnahme und Bildschirmaufzeichnung: Erlaubt das Erstellen von Videos, inklusive Kommentaren oder Erklärungen, direkt über Kamera oder Bildschirm.
  • Offline-Modus: Inhalte können aufgenommen und vorbereitet werden, bevor sie online geteilt werden – nützlich in Regionen mit unsicherer oder eingeschränkter Internetverbindung.
  • Kontrolliertes Teilen: Videos können über spezifische Links oder Plattformen geteilt werden, wobei Zugriffsrechte genau bestimmt werden.
  • Verschlüsselung & Datenschutz: Die App speichert Inhalte lokal und verwendet Verschlüsselung, um Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen.
  • Einfache Bearbeitung: Grundfunktionen wie Schneiden, Kommentieren oder Markieren von Videos direkt in der App.
  • Plattformübergreifend: Verfügbar für gängige Smartphones und Betriebssysteme, sodass Inhalte flexibel erstellt und geteilt werden können.

Bei der Nutzung von Cloud-Diensten bietet die App Cryptomator plattformübergreifend als zusätzliche Sicherheitsebene die Möglichkeit deine Dateien und Dateinamen in einem lokalen Tresor oder in der Cloud mit AES-256 zu verschlüsseln. Die Verschlüsselung passiert auf dem Gerät bevor die Daten in die Cloud gesendet werden. Der Anbieter speichert also lediglich verschlüsselte Daten.

Backups

Die 3-2-1-Backup-Regel ist eine bewährte Strategie zur Datensicherung:

  • 3 Kopien: Neben dem Original solltest du zwei weitere (verschlüsselte) Sicherungskopien deiner Daten besitzen.
  • 2 Medientypen: Speicher deine Daten auf zwei unterschiedlichen Arten von Speichermedien (z.B. primär auf dem Laptop, die Backups auf einer externen Festplatte).
  • 1 externer Standort: Bewahre die Backups räumlich getrennt von deinem Hauptstandort auf (z.B. bei nicht gefährdeten friends oder family)